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Egypt 3 - Grand Staircase-Escalante National Monument, Utah

Zum ersten Mal aufgefallen war uns der Slot Canyon Egypt 3 beim Blättern in Michael Kelseys Buch “Non-Technical Canyon Hiking Guide to the Colorado Plateau” (Seite 220). Das Bild, das einen Wanderer zeigt, der bis zur Hüfte im schmutzigen Wasser steht, fanden wir allerdings eher abschreckend. Erst bei einem späteren Besuch im Visitor Center in Escalante wurden wir durch einen jungen Mann, der sich nach dem Zustand dieses Canyons erkundigte, noch einmal auf ihn aufmerksam. Immer auf der Suche nach neuen Canyon-Herausforderungen beschlossen wir schließlich, uns auch einmal an Egypt 3 zu versuchen.

Am 29.04.2009 war es dann soweit. Früh morgens machten wir uns von Escalante aus auf den Weg, wo wir im Circle D Motel übernachtet hatten. An einer Tankstelle versorgten wir uns mit Kaffee und Verpflegung für den Tag.

Escalante verließen wir gen Osten, Richtung Boulder, und bogen nach etwa 4 Meilen auf die Hole-in-the-Rock-Road ab. Wir folgten der Straße ca. 16,8 Meilen bis zum Wegweiser “Egypt 10 mi”, wo wir nach links abbogen. Nach einem flüchtigen Blick in den Nachbarcanyon Egypt 2 mit einem wahrlich atemberaubenden Einstieg (hier muss man sich ca. 150 m tief abseilen) fuhren wir noch etwa 2 km weiter auf der Egypt Bench Road. Bei einem auffälligen Entwässerungsrohr parkten wir unser Auto auf einem kleinen Parkplatz (37°35'36"N, 111°13'56"W) (Entfernung von hier bis Hole-in-the-Rock-Road: 9 Meilen)
Wir begannen unsere Wanderung um 8.00 Uhr, folgten zunächst einem Pfad auf der linken Canyonseite, der gelegentlich mit Steinmännchen markiert war. Nach 15 Min. hatten wir eine Abbruchkante erreicht (37°35'21"N, 111°13'47"W). Hier wurde es ziemlich steil. Wir mussten uns einen sicheren Weg hinunter suchen, was gar nicht so einfach war. Der Abstieg führte uns an einigen “marching stones” vorbei.
 

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Unten angekommen trafen wir auf einen Seitencanyon mit mehreren trockenen Potholes, der uns canyonabwärts direkt zum Einstieg in Egypt 3 führte. Um 8.35 Uhr kletterten wir in den Canyon hinein. Ein Bäumchen am Canyonrand gab uns dabei etwas Halt. Die erste Hürde war also geschafft. Erwartungsvoll ging es immer weiter hinein, canyonabwärts. Bereits nach wenigen Minuten wurden die Wände immer enger. Um 8.45 Uhr hatten wir die erste superenge Kletterstelle erreicht. Helge kletterte vor, dann wurden die Rucksäcke abgeseilt und schließlich kletterte Susi hinterher. Erinnerungen an unsere fantastische Red Breaks - Tour wurden wach. Die Stelle hielt uns (inkl. Fotografieren) etwa 15 Min. auf.
 

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Dann zeigte der Canyon sein freundliches Gesicht. Bequem zu laufende Passagen wechselten sich mit leichten Kletterstellen ab. Durch die hohen Wände lag der Weg komplett im Schatten, so dass auch die Temperatur angenehm kühl war. So macht Canyonwandern Spaß!
 

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Gegen 10.00 Uhr wurde es dann wieder richtig eng. Wir konnten die Rucksäcke nicht länger auf dem Rücken lassen, dafür war es viel zu eng. Das Tagesgepäck in der Hand zu tragen strengt auf Dauer ganz schön an. Hier ist es von Vorteil, sich für einen kleinen, leichten Rucksack zu entscheiden und nichts Überflüssiges mitzunehmen. Erst nach einer halben Stunde weiteten sich die Canyonwände für einen kurzen Abschnitt, wir freuten uns über die wärmenden Sonnenstrahlen. Wir ahnten nicht, was noch vor uns lag. Wir hatten gerade erst die Hälfte der engen Passagen geschafft. So viel Slot Canyon hatten wir gar nicht erwartet. Weitere 30 Min. ging es durch den engen Canyon, dessen Wände uns hier an den Spooky Gulch erinnerten. Kletterstellen gab es allerdings keine mehr. Dennoch war es sehr anstrengend. Vor allem Helge hatte zu kämpfen, da sein großer Foto-Rucksack für die engen Passagen deutlich zu unhandlich war. Um 11.00 Uhr hatten wir es geschafft. An einer weiten, sonnigen Stelle machten wir eine ausgiebige Pause und sammelten unsere Kräfte (37°34'5"N, 111°14'17"W).

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Die Kräfte schwinden so langsam...

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Egypt 3 überraschte uns ein weiteres Mal, und zwar jetzt mit dem recht plötzlichen Ende unserer Tour. Bereits nach einer weiteren kurzen, unspektakulären Passage hatten wir den Punkt erreicht, den wir in unser GPS als möglichen Ausstieg eingegeben hatten. Die Kletterstellen im unteren Teil von Egypt 3, die nur mit Abseilen zu bewältigen sind, wollten wir umgehen. Außerdem lag noch ein weiter Rückweg vor uns.

Wir stiegen zur rechten Seite hin aus dem Canyon aus (37°33'48"N, 111°14'31"W) und gingen am Rim entlang in die Richtung unseres Autos. Einige interessante Steinfiguren und schöne Ausblicke in den Canyon erleichterten uns das Vorankommen und halfen, die Anstiege zu meistern. Die Mittagssonne brannte inzwischen ziemlich kräftig.

Der letzte Canyonabschnitt beginnt.

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An dieser Stelle verließen wir den Canyon nach rechts.

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An dem vor uns liegenden Berg gingen wir rechts vorbei.

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Uns boten sich schöne Einblicke in Egypt 3.

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Wegpunkte unseres Rückweges:

 37°34'16"N, 111°14'14"W

 37°34'24"N, 111°14'10"W

 37°34'47"N, 111°14'21"W

(alle GPS-Punkte in WGS84)
 

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Unser GPS wies uns zielsicher den Weg zurück zum Auto. Das letzte Stückchen führte uns über die Early Weed Bench Road. Nach insgesamt 5 1/2 Stunden waren wir zurück beim Auto.

Auf der gesamten Wanderung konnten wir die Einsamkeit in der Wüste genießen. Begegnet waren wir niemandem.

Den übrigen Nachmittag nutzten wir für einen Besuch beim Sunset Arch. Wer nicht so weit fahren will, kann den Sonnenuntergang auch in Devils Garden genießen.


Fazit: In trockenem Zustand ist Egypt 3 nicht allzu schwierig. Die Kletterpassagen sind für den geübten Canyonwanderer in der Regel ohne größere Probleme zu bewältigen. Trotzdem sollte man die Anstrengung nicht unterschätzen. Gutes Schuhwerk, ein sicherer Tritt und ein guter Orientierungssinn sind auch hier unerlässlich. Für uns hat sich die Anstrengung absolut gelohnt, Egypt 3 gehört zu den Highlights unserer bisherigen Canyonwanderungen.


Warnung: Wegen der langen Engstellen ist es hier besonders wichtig, sich vorab nach der Wetterlage zu erkundigen, z.B. im Escalante Visitor Center! Leider hat es in diesem Canyon schon Todesopfer durch eine Flash Flood gegeben.

Weitere Bilder dieser Reise gibts hier.

 

 

 

 

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